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Schokolade – Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung?

Mit den heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten können wir uns besser ernähren als je eine Generation zuvor. Das immmer stärkere Voranschreiten medizinischer und biochemischer Erkenntnis schafft aber auch mehr Irritationen als in der Vergangenheit. Was sollen wir essen und was können wir essen? Grob vereinfacht können wir festhalten, daß eine gesunde Ernährung uns Nährstoffe in der zur Erhaltung unserer Gesundheit Menge und Relation zur Verfügung stellt. Man kann keinen idealen Speiseplan und auch keine für jeden gültige ideale Zusammenstellung von Nahrungsmitteln anbieten. Es ist nicht von so großer Bedeutung, mit welchen Lebensmitteln wir die Nährstoffe zu uns nehmen. Wichtig ist, daß sie alle in der richtigen Menge vorhanden sind.

Die einfachste Art und Weise, eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen, besteht darin, viele verschiedene Nahrungsmittel und Getränke in den richtigen Mengen zu sich zu nehmen. Schokoladen liefern einen Beitrag in dieser ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung. Eine der größten Veränderungen in den vergangenen Jahren im Bereich unserer Ernährung war die schnelle Verbreitung verschiedener Fertigprodukte, süße und pikante. Schokolade gehörte zu den ersten Fertigprodukten, die sehr gut transportiert und gelagert werden können. Grundsätzlich unterscheiden sich Schokoladen nicht von anderen Lebensmitteln. Wie alle anderen stellen sie Nährstoffe in unterschiedlichen Mengen zur Verfügung. Es gibt kein einzelnes Nahrungsmittel, mit Ausnahme der Muttermilch, das alle Nährstoffe in den von uns benötigten Mengen und dem richtigen Verhältnis enthält. Ein Speiseplan, der ausschließlich aus Steaks oder Müsli bestünde, wäre ebenso unausgewogen wie einer, der sich lediglich aus Schokolade zusammensetzt. Alle diese Nahrungsmittel sollten bei der Zusammenstellung einer angestrebten ausgewogenen Ernährung berücksichtigt werden. Wie alle anderen Nahrungsmittel steuert auch Schokolade verschiedene Nährstoffe zur Ernährung bei. Sie enthält Zutaten wie Milch, Zucker, Eier, Kokosnüsse, Mehl und Kakao. Diese liefern wichtige Mengen an Protein, Fett, Kohlenhydraten, Eisen, Calcium und einigen Vitaminen.Ein Schokoladen-Riegel enthält beispielsweise mehr Eisenals ein Glas Milch, aber weniger Protein; mehr Calcium als die gleiche Menge Vollkornbrot oder Cornflakes.

Verursacht Schokolade Karies?

In den letzten Jahren wurde Schokolade häufig für Zahnkaries verantwortlich gemacht. Was ist dran an dieser Einschätzung? Fragen Sie, wen Sie wollen, nach den Ursachen für Zahnkaries: Die Chancen, dass man Ihnen mit großer Uberzeugung antwortet, der Zucker sei verantwortlich, sind sehr groß. Es herrscht die Auffassung, dass durch den erhöhten Zuckerverbrauch unsere Zähne immer schlechter werden. Diese Ansicht ist falsch. Die Wirklichkeit ist bedeutend komplizierter. Allzuhäufig wird vergessen, daß es natürliche Prozesse gibt, die die Zähne schützen. Der Speichel in unserem Mund enthält Mineralien, die zur Stärkung und – falls Schäden auftreten – in einem gewissen Maß auch zur Reparatur unserer Zähne herangezogen werden. Dieser Reparaturprozeß wird Remineralisierung genannt und kann durch Zufuhr von Fluorid unterstützt werden. Zahnkaries wird überwiegend bei jungen Leuten beobachtet. Sie entsteht, weil sich Bakterien, die sich im Zahnbelag auf unseren Zähnen befinden, von Kohlenhydraten diverser Lebensmittel ernähren und dabei Säure produzieren. Diese löst nach und nach den harten Zahnschmelz auf und dringt in immer tiefere Schichten der Zähne ein, bis sich ein Loch bildet. Für das Auftreten von Zahnkaries müssen vier Bedingungen erfüllt sein: 

  • Der Zahn muß für Karies anfällig sein; dies hängt in erster Linie von den Erbanlagen ab.
  • Es müssen genügend Bakterien vorhanden sein. Diese sind jedoch umgeben von einer klebrigen Masse, die Zahnbelag oder Plaque genannt wird. Sie ist immer vorhanden, jedoch nicht bei allen Menschen in gleichem Ausmaß.
  • Außerdem müssen Kohlenhydrate vorhanden sein: Das ist fast immer der Fall, wenn wir Lebensmittel essen.
  • Und es muß schließlich eine gewisse Zeit vergehen, da Karies nicht unmittelbar eintritt.

Die verschiedenen Bakterien, die im Mund des Menschen vorkommen, können jede Art von kohlenhydrathaltiger Nahrung, z.B. Stärke oder Zucker verwerten, um daraus Säure zu produzieren. Eine Möglichkeit, Bakterien ihrer Nahrung zu berauben, wäre ein totaler Verzicht auf Kohlenhydrate. Das würde bedeuten, dass man keinen Zucker bzw. keine Stärke, in welcher Form auch immer, zu sich nehmen dürfte, also weder Brot noch Kartoffeln oder Nudeln, keinen Kuchen, Kekse, Schokolade, Äpfel, Bananen, Datteln und vieles mehr. Es bliebe nur eine kleine Auswahl an Nahrungsmitteln übrig. Es ist offensichtlich weder sinnvoll noch möglich, Kohlenhydrate völlig zu meiden, zumal die Wissenschaft empfiehlt, dass unsere Nahrung zu ca. 50 % bis 55 % aus Kohlenhydraten bestehen soll. Die meisten Menschen sind der Meinung, dass lediglich der weiße Zucker, auch Saccharose genannt, Zahnkaries begünstigt. Tatsächlich haben aber zwei andere Zuckerarten denselben Effekt: Fructose und Glucose, die in Gemüse, Honig und Früchten vorkommen. So sind Äpfel weit davon entfernt, eine zahnreinigende Wirkung zu haben. Sie begünstigen viel mehr den Zahnverfall.

Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis zu glauben, dass durch eine Reduzierung des Zuckerkonsums auch Zahnkaries verringert werden könnte. Das ist nicht notwendigerweise der Fall. Sogar kleine Mengen Kohlenhydrate liefern den Bakterien genügend Nahrung, um die Säureproduktion aufrecht zu erhalten. Da es weder sinnvoll noch praktikabel wäre, Kohlenhydrate ganz vom Speiseplan zu streichen, müssen andere Wege zur Verringerung der Zahnkaries eingeschlagen werden. Einige sinnvolle Ratschläge sind beispielsweise:

  • Tägliche Reinigung der Zähne, am besten nach jeder Mahlzeit mit Zahnbürste und Zahnseide, um den bakteriellen Zahnbelag weitgehend zu entfernen.
  • Regelmäßige Benutzung von fluoridhaltiger Zahncreme oder Mundwasser, um den Zahnschmelz zu kräftigen, auszubessern und den Reparaturprozeß zu fördern.
  • Nicht ununterbrochen während des Tages essen.

Immer mehr Menschen halten sich an diese Richtlinien und als Folge davon ist ein Rückgang kariöser Zähne, z.B. bei Kindern, zu beobachten. In der Zeit von 1983–1985 konnte im Rahmen eines Prophylaxe-Programms in Heilbronn bei Kindern im Alter zwischen sieben bis elf Jahren eine 50 %ige Kariesreduktion auf gezeigt werden. Die Abnahme der Karieshäufigkeit ist auch bundesweit zu verzeichnen. Die gleiche Tendenz ist in allen Industrieländern festzustellen. Es steht fest, dass für den Rückgang der Zahnkaries der Gebrauch fluoridhaltiger Zahncremes eine wichtige Rolle spielt.

Macht Schokolade Pickel?

Eins ist Fakt: Schokolade schmeckt! Aber dass durch sie Pickel entstehen, ist falsch! Ein Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und unreiner Haut ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Pickel entstehen durch verstopfte Hautporen und eine überschüssige Talgproduktion. Akne hat mit falscher Ernährung nichts zu tun. „Für Pickel ist eher der Hormonhaushalt verantwortlich“, sagt Dr. Beatrix Grohn vom BKK Bundesverband. „Allerdings kann sich ungesunde Ernährung wie zu viel Fett, Zucker und Alkohol sowie zu wenig Vitamine und Mineralstoffe negativ auf das Hautbild auswirken. Aber das ist nur ein Einflussfaktor auf eine gesunde Haut.“ Die Expertin der Präventionskampagne Haut rät daher neben einer gesunden Ernährung viel frische Luft, ausreichend Schlaf und die tägliche Pflege der Haut für einen frischen Teint. Stress, Rauchen und ausgiebige Sonnenbäder sollten dagegen vermieden werden.

Jüngst wurde Studien zu diesem Thema von Ernährungswissenschaftlern überprüft. Mit desaströsem Ergebnis. Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer äußert sich dazu auf Deutschlandradio Kultur.

Lösen Schokolade oder Käse Migräne aus?

Nein. Viele Betroffene bekommen kurz vor einer Attacke Heißhunger auf bestimmte Speisen. Diese sind aber nicht schuld an einem Migräneanfall. Vielmehr ist der Heißhunger ein Zeichen dafür, daß sich etwas im Schädel anbahnt und das Gehirn deswegen Energie braucht.

Ist Blut in Schokolade?

Diese Frage taucht immer wieder auf. Immer wieder wird von einzelnen Medienvertretern das Gerücht kolportiert, dass tierisches Blut in Schokolade enthalten sei. Das führt zwangsläufig zur Verunsicherung von Verbrauchern. Der Hintergrund dieser Mär ist schnell erklärt: 1995 versuchte der Düsseldorfer Privatmann Amielleo Faracchio eine Tierbluthaltige Schokoladenmasse zum Patent anzumelden. Dieses Patent jedoch ist nie erteilt worden. Überdies gibt es absolut keine Veranlassung-auch keine ökonomische, Süßwaren unter Verwendung von Tierblut herzustellen. Der einzige tierische Bestandteil von Schokolade ist das Milchpulver, alles andere ist rein pflanzlich. 

Tierisches Lecithin?

Im Zuge der BSE-Krise wurden immer neue Vermutungen über versteckte tierische Bestandteile in Lebensmitteln laut. Auch bezüglich des Lecithins, das bei der Herstellung von Schokolade verwendet wird, wurden diesbezügliche Fragen gestellt. Lecithine dienen in erster Linie der Herabsetzung der Zähigkeit von Schokoladenmasse, d. h., die Fließeigenschaften werden verbessert. Hierbei werden ausschließlich Pflanzenlecithine – in Deutschland Sojalecithin – eingesetzt.